Die gesamte Transportbranche ist weiterhin mit großen Herausforderungen konfrontiert. Ein großes Durcheinander und Chaos sind in der Logistikwelt zur Realität geworden. Es scheint so, dass regelmäßige Hiobsbotschaften, wie der erneute Covid-19-Ausbruch im Hafen von Yantian in China oder die komplette Überlastung des US-Hafens in Charleston, jeder Entspannung entgegenstehen. Insbesondere die Verzögerungen der Schiffe bringen zahlreiche Exporteure und Importeure, die sonst Verlässlichkeit gewohnt sind, in Schwierigkeiten. Liefertermine können nicht mehr eingehalten werden, die Lager stehen voll und die Container stapeln sich aufgrund von LKWEngpässen in den Empfangshäfen. Da sich die Marktsituation nicht verbessert, möchten wir Ihnen ein Update zur aktuellen Situation geben:
Port Congestion Hamburg / Überlastung der Terminals:
Die Häfen in Hamburg und Bremerhaven arbeiten unter Volllast. Hamburg hat momentan erhebliche Probleme am Eurogate, sodass sich einige Reedereien entschlossen haben, die Schiffe nicht mehr dort, sondern alternativ in Wilhelmshaven oder in Bremerhaven zu be- und entladen. In den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen ist die Situation ähnlich. Auch dort gibt es zahlreiche Einschränkungen. Sämtliche Terminals in Hamburg nehmen nur noch 48-72 Stunden vor Schiffsankunft die Container an. Das führt nicht nur zu einem erhöhten operativen Aufwand bei Kunden und Speditionen, sondern auch zu erhöhten Kosten, die durch Zwischenlagerung der Lieferungen oder Anpassung der Containergestellungen entstehen. Diese Kosten gehen zu Lasten der Ware. Aus dem hohen Frachtaufkommen resultieren auch hohe Auslastungen auf der Straße und auf der Schiene. Kurzfristige Abwicklungen sind dadurch kaum noch realisierbar. Hamburg ist zusätzlich durch die lange Abfertigungszeit des Zolls stark belastet.
LKW Transporte – Vor- und Nachläufe Seehäfen / Sammelladung:
Trotz der beginnenden Ferienzeit sind keine Ladungsrückgänge im nationalen und internationalen LKW-Verkehr zu erwarten. Fahrzeugengpässe, fehlendes Personal, ein ungewöhnlich hohes Ladungsaufkommen und steigende Dieselpreise belasten die Logistik auf der Straße nachhaltig. Durch ein Sammelgutaufkommen in Rekordhöhe entstehen Kapazitätsengpässe, sowohl bei B2B (Geschäftskunden / Unternehmer) – als auch bei B2C (Privatkunden / Konsumenten) – Sendungen. Im Stückgutverkehr macht den Netzwerken auch der stark angestiegene Sendungsanteil des Onlinehandels zu schaffen. Im B2C-Geschäft sind nahezu alle Lieferungen zu avisieren. Hinzu kommt eine in der Regel aufwendigere Zustellung. Viele Speditions- und Logistikunternehmen melden daher auch in diesen Bereichen überlastete Kapazitäten. Weiterhin steigt das Exportvolumen. Hersteller und Zulieferer erhöhen als Folge der Pandemie ihre Lagerbestände, was im Moment das Transportaufkommen zusätzlich verstärkt. Daraus resultiert eine unmittelbare Verlängerung der Laufzeiten. Insbesondere bei den Seehafen Vor- und Nachläufen hat sich die Transitzeit im Stückgutverkehr von 1-2 Tagen in vielen Fällen auf 2-4 Tage verlängert. Diese angespannte Situation kann dazu führen, dass vereinbarte Abholungen oder Anlieferungen mehrfach verschoben werden. Eine lückenhafte oder fehlende Übermittlung von Trackingdaten sind ebenfalls eine Folge. Die Akzeptanz aufwendigere Warenarten (z.B. Gefahrgut) zu transportieren nimmt ab. Oft werden diese Transporte lediglich gegen Zahlung von hohen Zuschlägen oder mit unbestimmter Laufzeit von den Fuhrunternehmen akzeptiert.
FCL Verkehre Import und Export weltweit:
Seitens der Reedereien wird lediglich punktuell auf die Situationen und Maßnahmen, wie die Ratenanpassungen, hingewiesen. Nachfolgend eine Zusammenfassung unserer Gespräche mit den Reedereien über die aktuelle Situation und eine Einschätzung der kurz- und mittelfristigen Zukunft: Die Schiffe sind nach wie vor größtenteils überbucht und aus dem Fahrplan. Sämtliche Reedereien versuchen die geplanten Abfahrts- und Ankunftszeiten wieder verlässlich einzuhalten. Maßnahmen wie Blank Sailings oder das Auslassen von Häfen werden ergriffen. In den Häfen ist zusätzlich ein Backlog von stehengebliebenen Containern abzuarbeiten. Dieser Rückstau kommt zum normalen wöchentlichen Volumen hinzu und setzt die Schiffskapazitäten zusätzlich unter Druck.
Export Australien/Neuseeland
Die allgemeine Problematik bei den Exporten gilt auch für Australien und Neuseeland. Die verbliebenen Direktfahrer sind hoffnungslos überbucht und auch die Umlader (über Singapur, Port Kelang oder Cartagena) haben kaum Platzreserven. Dazu kommt, dass insbesondere Singapur als Transload-Hafen massive Congestion Probleme hat und daher auch bereits akzeptierte Ladung unerwartet wieder storniert wird. Die Probleme werden sich aufgrund der im September beginnenden BMSB (Brown Marmorated Stink Bug) Saison und den damit beginnenden Begasungen der Container noch verschärfen. Unsere Kollegen und Kolleginnen aus dem Export empfehlen, Buchungen mindestens vier Wochen im Voraus zu platzieren. Bei kurzfristige Buchungen prüfen wir regelmäßig, ob aufgrund von Stornierungen Reeder plötzlich wieder Schiffsraum zur Verfügung stellen können. Selbstverständlich sind diese Stellplätze begehrt und werden mit kräftigen Ratenaufschlägen versehen.
Import Fernost
Die ungebrochene Nachfrage nach Containerequipment und Schiffsraum für die Importe aus Asien, führt weiterhin zu massiven Ratenerhöhungen sowie Engpässen beim Leerequipment und bei den Schiffskapazitäten. Dazu kommen lange Laufzeiten in Verbindung mit erhebliche Schiffsverzögerungen. Um einen der begehrten Stellplätze zu bekommen, muss oft eine Wartezeit von zwei bis drei Wochen in Kauf genommen werden. Die Seefrachtraten erhöhen sich seit Anfang Mai in steter Regelmäßigkeit alle 14 Tage um einige hundert US-Dollar. Längerfristige Ratenvereinbarungen sind kaum möglich. Die gesamte Fracht wird über die Tarifraten (FAK) der Reeder abgerechnet. Bei Gefahrgütern gestaltet sich die Verladung sogar problematischer.
Export Fernost
Auch im FCL Export nach Asien gibt es kaum Entlastung. Die Abfahrten sind voll und viele Schiffe sind komplett aus dem Fahrplan. Dazu kommt, dass ein großer Mangel an Containerequipment im Inland herrscht. Eine Abnahme muss oftmals in den Seehäfen erfolgen. Die Transportkosten werden durch die Mehrkosten für den zu zahlenden Rundlauf und die steigenden Seefrachten enorm erhöht.
Import USA
Die in vorangehenden Informationen erläuterte Situation im FCL Import hat sich in den USA und auch in Europa größtenteils nicht verändert. Die US-Häfen haben weiterhin mit der vielbeschriebenen „Trucker Shortage“, den überlasteten „Rail Ramps“ und „Congestion“ zu tun. Die bereits vorhandenen Probleme haben sich teilweise vergrößert und neue sind hinzugekommen. Bedingt durch die Überlastung in vielen Häfen verstärken sich die Verspätungen der Schiffe. Durch die Maßnahmen der Reeder zur Wiederherstellung der Fahrplantreue, werden Schiffe umgeleitet bzw. werden Häfen in Nordeuropa ausgelassen. Die Ladung für die ausgelassenen Häfen wird dann mit Feederschiffen umgeleitet. Das kann im schlechtesten Fall zu wochenlangen Verzögerungen führen. Teilweise müssen die Container auch dort abgenommen werden, wo sie gelöscht wurden. Das führt zu erheblichen Mehrkosten, die zu Lasten der Ware gehen. Wenn der Container dann zur Verfügung steht, muss der Importeur mit langen Abfertigungszeiten rechnen. Insbesondere in Hamburg liegt die durchschnittliche Zeit bis zur Freigabe der Sendung zwischen zwei und fünf Tagen. In Extremfällen kann es auch bis zu 10 Tagen dauern.
USA Export FCL / LCL High & Heavy und Ro/Ro:
Es wird zunehmend schwieriger Platz und Equipment für FCL Buchungen zu bekommen. Fast alle Reeder sind Wochen im Voraus ausgebucht und nehmen auch erst ab den Monaten August oder September wieder Buchungen an. Auf keinem Fahrtgebiet ist Entspannung merkbar – mit wenigen Ausnahmen im Mittelmeerraum oder Richtung Afrika. Das betrifft natürlich auch den Export in die USA. Die Schiffe sind verzögert, fallen aus und die Equipment Situation ist sehr angespannt. Vor langer Zeit platzierte Buchungen und Containergestellungen bei Kunden werden nicht selten kurzfristig, manchmal einen Tag vorher, gestrichen oder durch die Reeder verschoben. Die Containeranlieferungen in den Häfen sind nur mit Zeitfenster möglich. Ändert sich etwas müssen die Container mittlerweile zu Ausweichstellplätzen umgeleitet werden, was die Kosten für die Vortransporte erhöht. In den USA ist die Situation weiterhin sehr angespannt. Beispielhaft ist die Situation in Charleston oder Savannah zu nennen. Die Häfen sind so überlastet, dass eine Abnahme der Container innerhalb der normalen Freizeit nicht mehr zu bewerkstelligen ist. Ohne Vorbuchung nehmen die Trucker erst in drei bis vier Wochen wieder Touren an und auch diese werden häufig eigenmächtig verschoben oder storniert. Die Preise für die Nachläufe haben sich zum Teil verdoppelt. Einige Reeder akzeptieren bereits keine Buchungen mehr bei denen der Nachlauf in Regie des Reeders erfolgt. Unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Fachabteilungen wenden Stunden dafür auf, kurzfristig stornierte Buchungen doch noch zu realisieren, Ausweichmöglichkeiten zu finden und diese einigermaßen kostenneutral zu gestalten. Interfracht verfügt über zahlreiche Möglichkeiten, Fracht über RO/RO Kontrakte zu verladen. RO/RO Abfahrten gibt es zu den meisten Destinationen wöchentlich, mit Reisezeiten, die denen im FCL Bereich ähnlich sind. RO/RO (Roll On / Roll Off) zielt eigentlich auf selbstfahrende Ladung (Baufahrzeuge, Mähdrescher, etc.) ab. Es werden aber auch gabelstaplerfähige Waren sowie übergroße Packstücke mit Stückgewichten von über 100 Tonnen akzeptiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass unsere Grundraten bis zum 31.12.2021 gültig sind. Lediglich die Zuschläge der Reeder sind variabel. Somit können wir ihnen eine zuverlässige Kalkulationsgrundlage für Ihre Transporte bieten. Auch wenn einige der Carrier keine Containerware mehr akzeptieren und die Buchungen für die RO/RO Abfahrten ebenfalls stark zunehmen, haben wir im Moment grundsätzlich für alle Fahrtgebiete die von diesen Carriern bedient werden, Kapazitäten frei. In der Regel bekommen wir staplerfähige Waren und auch nicht containerfähige Ladung zeitnah und preisgünstig eingebucht. Hafenplätze, die im RO/RO Verkehr nicht bedient werden, können wir häufig über konventionelle Linien- oder Charterdienste anlaufen. Interfracht unterhält im USA Verkehr eigene Sammelcontainerdienste, die noch Ladung akzeptieren. Containerladungen müssen auf 2-3 Abfahrten verteilt werden. Diese Variante ist im Moment bei vielen unsere Kunden eine beliebte Alternative zur langen Wartezeit auf Schiffsraum für FCL Container.
Luftfracht:
In der Luftfracht ist die die Platzsituation nach wie vor sehr kritisch. Diverse gestrichene Flugrouten in die USA, nach Asien und Südamerika verursachen Verspätungen und Preise auf einem hohen Niveau. In vielen Ländern werden ausschließlich die großen Hauptumschlagplätze angeflogen. In Frankfurt sind nach wie vor lange Wartezeiten beim Anliefern und beim Auslagern einzukalkulieren.
Vietnam (COVID-19-Situation):
Die Lage in Vietnam entwickelt sich hinsichtlich des erneuten Covid-19-Ausbruchs sehr negativ. Ho Chi Minh City befindet sich im vollen Lockdown. Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung wurden zahlreiche Anordnungen erlassen, die den Verkehr und die Häfen beeinträchtigen. Mit weiteren Verzögerungen ist zu rechnen.
Yantian, China (COVID-19-Situation):
Der Hafen Yantian in Südchina, der wegen eines lokalen COVID-19-Ausbruchs komplett schließen musste, kehrt langsam zum Normalbetrieb zurück. Der Stau in Yantian wird in der Schifffahrtsindustrie, trotz der Entspannung, noch als sehr großes Problem gesehen, da auch die benachbarten Häfen von den Auswirkungen betroffen sind. Auch wenn der Hafenbetrieb nicht mehr eingeschränkt ist, führt das generell extreme Ladungsaufkommen weiterhin zu Verzögerungen in Yantian. Bitte beachten Sie dazu auch unseren Hinweis zum Import Fernost in diesem Update.
Alles in allem ist es ein sehr einheitliches Bild in den verschiedenen Bereichen der Logistik. Es wird seitens der Schifffahrt damit gerechnet, dass sich die Situation mindestens bis Ende des Jahres für den Export bzw. Ende Chinese New Year 2022 für den Import hinzieht. Aktuell ist keine Besserung und Entspannung der Marktsituation in Sicht. Wir weisen darauf hin, dass Interfracht leider keinen Einfluss auf die aktuelle Situation hat und diese Einschätzung nur als eine vorsichtige Prognose gesehen werden kann.
Interfracht möchte mit einer transparenten Kommunikation der aktuellen Herausforderungen versuchen, Sie als unsere Kunden informiert zu halten sowie Ihre Transportanfragen/-Buchungen jeglicher Art zu erleichtern und so angenehm wie möglich zu gestalten. Bei Fragen stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jederzeit bereit und helfen Ihnen gerne die bestmögliche Transportlösung für Sie zu
finden.
Bitte beachten Sie unser erstes Rundschreiben zur aktuellen Marksituation sowie das Update, worauf dieses Informationsschreiben (KW 28) aufbaut.
Update zur aktuellen Marktsituation
/in AllgemeinDank Corona steht die Welt seit März 2020 Kopf. Die Auswirkungen sind auch im Frühjahr 2022 nach wie vor stark zu spüren und ein Ende ist nicht in Sicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Hinzu kommen starke Auswirkungen des Ukraine-Krieges, welche auch die Transportbranche beeinflussen.
Wir möchten Ihnen ein weiteres Update zu der angespannten Marktsituation geben und auf unseren Berichten aus dem Vorjahr aufbauen.
Situation weltweit:
Seit dem 24.02.2022 herrscht Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Die Auswirkungen sind auf der ganzen Welt stark zu spüren. Vor allem durch den extremen Anstieg der Öl- und Spritpreise sind die Transportkosten enorm gestiegen. Diverse Zuschläge müssen von den Speditionen und Transportunternehmen bezahlt und weiterbelastet werden.
Die Transitzeiten in der Luftfracht verlängern sich zum Teil erheblich, auch aufgrund der Luftraumsperrungen über Russland. Zusätzlich sind, aufgrund des hohen Ladungsaufkommens und durch die Pandemie, die Frachtkapazitäten stark reduziert. Rohstoffe fehlen an allen Ecken und Enden und treiben die Preise z.B. für Holzpaletten, Stauhölzer und andere Verpackungen in die Höhe.
Ein weiterer großer Corona-Ausbruch in Shanghai wird von der chinesischen Regierung mit einem strikten Lock-down bekämpft. Ganz Shanghai befindet sich daher seit Ende März in einer Ausgangssperre. Die Folge ist, dass zum einen die Transportkapazitäten in den Häfen und Flughäfen weit heruntergefahren worden sind und zum anderen auch die Fabriken in Shanghai und Umgebung ihren Betrieb zum Großteil einstellen mussten. Nur langsam können die Arbeiten hier wiederaufgenommen werden. Viele Schiffe haben Shanghai in den letzten Wochen nicht angefahren oder liegen immer noch vor den Häfen auf Reede. Das führt zu einer enormen Port Congestion. Die Folge sind weitere weltweite Engpässe. Zum Beispiel stehen viele Leercontainer dem Markt aktuell nicht mehr zur Verfügung und verknappen so die Transportmöglichkeiten weiter.
Der Flugverkehr ist ebenfalls deutlich beeinträchtigt und durch temporäre Schließungen der Flughäfen Shanghai und Peking sind auch hier große Rückstaus entstanden.
Auch die Situation in den US-Häfen ist unverändert. Ein Großteil der amerikanischen Häfen sind weiterhin völlig überlastet und Schiffe müssen z.T. mehrere Wochen warten, um entladen zu werden. Das hemmt sowohl den amerikanischen Import als auch gleichermaßen den Export. Schiffe kommen stark verzögert aus den USA nach Europa oder Asien, was den Fahrplan auch dort ins Wanken bringt. Zudem wird man beim Weitertransport ins Inland vor weitere große Herausforderungen gestellt, da fehlende Trucker den Nachlauf verzögern und die Leercontainer auf sich warten lassen.
Auswirkungen auf den Transportmarkt in Deutschland:
Weil die Faktoren in der Transportwelt miteinander korrelieren, sind die Folgen leider ebenso auf dem deutschen Transportmarkt zu spüren. Somit bedeuten Schiffsverspätungen in Asien und den USA gleichermaßen auch Verzögerungen in Deutschland und Europa. Fahren die Schiffe zu spät in Asien ab, bringt dies die Fahrpläne auch in Europa durcheinander. Schiffe müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um die Terminals anlaufen zu können. Durch die vielen Verspätungen und das hohe Frachtaufkommen sind die Häfen extrem ausgelastet und überfüllt. Dies hat zur Folge, dass Waren für den Export erst sehr kurzfristig, z.T. erst 48 Stunden vor dem geplanten Packen, angeliefert werden dürfen. Container müssen sogar außerhalb des Hafens kostenpflichtig zwischengelagert werden, falls ein Vorlauf bei einem geänderten Anlieferfenster nicht mehr umdisponiert werden kann. Trotzdem entstehen an den Terminals und Packstationen sehr lange Wartezeiten, die wiederum hohe Standgelder verursachen. Wenn Fahrpläne dann kurzfristig geändert und ggf. Abfahrten vorgezogen werden, können Waren die geplanten Abfahrten sogar ganz verpassen.
Die Lagerflächen in den Häfen sind nahezu voll besetzt und erschweren die komplette Logistik. Durch die überfüllten Lagerflächen an den Umschlagplätzen sind die zurückzulegenden Wege für die Hafenarbeiter viel länger und die gleiche Arbeit nimmt mehr Zeit in Anspruch. Tatsächlich blockiert auch durch die Sanktionen gestrandete russische Ware die Terminals zusätzlich. Überall führen die hohen Corona Fallzahlen zu vermehrten Personalausfällen und somit verminderter Produktivität. Die Häfen kommen mit der Abfertigung der Schiffe nicht nach. Deshalb liegen zurzeit viele Schiffe in der Nordsee auf Reede. Besonders betroffen sind Hamburg und Rotterdam.
Ein Mangel an Leercontainern für zukünftige Verladungen ist die Folge.
In den Inland-Depots ist auch deshalb kaum noch Leerequipment verfügbar. Seehafen-Rundläufe sind daher beinahe obligatorisch und verteuern den Transport zusätzlich.
Neben den Standardcontainern sind vor allem auch die Reefer-Container betroffen. Dieses spezielle Equipment ist kaum noch vorhanden und die nötigen Anschlüsse im Hafen sind durch verzögerte Container belegt. Sie können daher z.B. für den Export nach Asien kaum noch gebucht werden. Die Reeder lehnen diese Buchungen schlichtweg ab.
Die Frachtraten sind weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Einzig der Export nach Asien stagniert im Moment. Die Reeder begründen die enormen Steigerungen mit der starken Nachfrage und den hohen Kostensteigerungen durch die hier aufgeführten Probleme. Die Rekordgewinne der Reeder lassen diese Begründungen allerdings fraglich erscheinen. Selbst angebotene hohe Prioritätszuschläge garantieren nicht unbedingt einen Stellplatz auf der gebuchten Abfahrt.
Ein weiteres Glied in der Transportkette sind die Packschuppen und Lagerhäuser. Auch hier spitzt sich die Situation immer mehr zu. Die Lagerflächen werden zusehends ausgeschöpft, sodass auch hier Waren erst kurz vor dem geplanten Stauen angenommen werden können oder aber kostenpflichtig an einem anderen Ort, z.B. bei den LKW Unternehmen, zwischengelagert werden müssen. Kurzfristig geplante Be- und Entladungen sind fast gar nicht mehr durchführbar. Auch hier ist das Personal knapp und Corona bedingte Ausfälle können schnell zu großen Verspätungen führen.
Weiterhin sind auch die Vor- und Nachläufe per LKW in Deutschland und Europa von den Schwierigkeiten betroffen. Durch das hohe Frachtaufkommen, fehlende LKW-Fahrer und die steigenden Treibstoffpreise erhöhen sich sowohl die Laufzeiten als auch die Kosten. Ein nicht unerheblicher Teil der LKW-Fahrer stammt aus der Ukraine, sodass ihr Ausfall den Fahrermangel weiter verschärft. Die Entwicklung der Spritpreise lässt sich längerfristig kaum abschätzen. Die Transportpreise haben daher nur eine kurzfristige Gültigkeit. Bei der konstant hohen Nachfrage erschweren diese Faktoren die Planung von Transporten zusätzlich.
Der hohe Transportbedarf sowie die mangelnde Verlässlichkeit in der Seefracht wirken sich außerdem stark auf die Luftfracht aus. Zu Beginn der Pandemie wurde der Luftverkehr drastisch reduziert und dadurch der Platz in den Flugzeugen extrem verknappt. Luftfrachten wurden immer unzuverlässiger und die Frachtraten sind auch hier immens gestiegen. Inzwischen sind wieder deutlich mehr Flugzeuge im Einsatz und die Airlines bestellen auch wieder Langstreckenflugzeuge. Von einer Rückkehr zu länger gültigen und preiswerteren Luftfrachtraten sind wir jedoch leider noch weit entfernt. Zusätzlich wird immer häufiger ursprünglich geplante Seefracht aufgrund der o.g. Gründe auf Luftfracht umgestellt, was die Kapazitäten ebenso verringert.
Fazit:
Abschließend lässt sich feststellen, dass die Situation weiterhin sehr angespannt ist und die Logistik durch die bestehenden Kapazitätsengpässe auch in Zukunft gefordert sein wird.
Da viele Faktoren miteinander einhergehen, wird die stetig hohe Nachfrage auch künftig für eine große Auslastung der Transportmittel sorgen. Dies führt auch in Zukunft dazu, dass trotz des höheren logistischen Aufwands mit verlängerten Laufzeiten und einer nachlassenden Planungssicherheit gerechnet werden muss. Der Organisationsaufwand und die Kosten werden kontinuierlich hoch bleiben.
Die aktuelle politische Lage in Europa erhöht den Druck genauso, wie die ungewisse Entwicklung der Corona-Pandemie. Insbesondere die Null-Covid-Strategie in China sorgt für weitere Unsicherheit.
Wir können daher leider nur wiederholt darauf hinweisen, dass Interfracht keinerlei Einfluss auf die Entwicklung des Marktes hat und wir lediglich einen Überblick über die Situation geben können.
Gleichzeitig sehen wir es als unsere Aufgabe an, unseren Kunden, vor allem in diesen unsicheren Zeiten, weiterhin mit all unserem Knowhow und Fertigkeiten beiseite zu stehen. Unsere Mitarbeiter setzten sich jeden Tag dafür ein, die bestmöglichen Transportlösungen für unsere Kunden zu erzielen. Bei Fragen stehen wir natürlich weiterhin jederzeit zur Verfügung.
Zukunfts-Tag 2022
/in AllgemeinNach 2 Jahren Pause konnten wir am 28.04.22 endlich wieder den Zukunfts-Tag für interessierte Jungen und Mädchen ausrichten.
Mit insgesamt 19 Teilnehmern im Alter von 10 bis 15 Jahren haben wir einen interessanten und abwechslungsreichen Tag in Bremerhaven verbracht.
Hierbei haben die Jungen und Mädchen einen Einblick in die Speditionswelt von Interfracht erhalten und konnten in Bremerhaven ein Bisschen hinter die Kulissen unserer Autoabteilung gucken.
Zunächst wurde in einer kurzen Präsentation unser Unternehmen vorgestellt.
Im Anschluss sind wir dann mit dem Hafenbus durch die Bremerhavener Hafenwelt gefahren. Nach einem Zwischenstopp in der Lloydwerft mit einem spektakulären Blick auf die AidaDiva im Trockendock konnten wir die vielen Autos, schweren Baumaschinen und landwirtschaftlichen Fahrzeuge auf dem Auto-Terminal bestaunen. Auch das Kreuzfahrt-Terminal und die Kaiserschleuse konnten wir uns aus dem Bus heraus anschauen bevor es zum Abschluss der Fahrt auf das Container-Terminal ging. Die vielen bunten Container und die ständig umherfahrenden Van-Carrier gaben uns einen guten Eindruck wie schnelllebig die Transportwelt sein kann.
Nach einer kurzen Stärkung im Büro mit belegten Brötchen und Getränken durften wir dann noch einen Spaziergang über das Hafenlager machen, wobei wir beim Auspacken einiger Container zuschauen konnten.
Danach fuhren wir zurück nach Stuhr wo es noch eine kurze Feedback-Runde gab und alle Kinder eine Teilnahmebescheinigung überreicht bekommen haben.
Alles in allem hatten wir einen tollen Tag mit vielen interessanten Eindrücken. Auch für das kommende Jahr planen wir wieder einen spannenden Zukunftstag und freuen uns auf Eure Teilnahme.
50 Jahre Interfracht – Weser-Kurier Artikel vom 26.04.2022
/in Allgemein01.04.1972 – 01.04.2022 50 Jahre Interfracht
Die Interfracht Gruppe wurde am 01.04.1972 von dem Speditionskaufmann Hans Peter Hogenkamp und dem Schiffsmakler Udo Karrasch in Bremen gegründet. Seit nunmehr 50 Jahren bieten wir unseren Kunden maßgeschneiderte Transportlösungen auf allen Verkehrswegen.
Zu unserem Jubiläum erschien heute im Weser-Kurier ein Artikel.
https://www.weser-kurier.de/landkreis-diepholz/gemeinde-stuhr/geschaeftsbericht-interfracht-feiert-50-jaehriges-bestehen-doc7kprgro7i3d11f6mzmrh
26_Apr.REG_VP_02 Weser Kurier
Quelle: WESER-KURIER/ REGIONALE RUNDSCHAU vom 26.04.2022
Informationen zur aktuellen Preisentwicklung bei den Treibstoffzuschlägen
/in AllgemeinInformationen zur aktuellen Preisentwicklung bei den Treibstoffzuschlägen
Der Krieg in der Ukraine hat aktuell zu erheblichen Preisreaktionen der Treibstoffanbieter geführt. Die etablierten Gleitpreismodelle reagieren deutlich zeitverzögert, so dass diese Modelle aufgrund der Schnelligkeit der Preisanstiege nicht mehr geeignet scheinen und die Mehrzahl der Anbieter mit Ad-hoc-Zuschlägen reagiert.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die Preiserhöhungen unabhängig vom gewählten Verkehrsträger kurzfristig an Sie weitergeben müssen.
In Angeboten wird Interfracht ab sofort auf die in den Frachten eingerechneten Treibstoffzuschläge hinweisen. Gegebenenfalls müssen wir die Gültigkeit der Zuschläge limitieren und zum Zeitpunkt des Transports anpassen.
Weil die Situation weltweit vergleichbar ist, gilt dies auch für See- und Luftfrachten sowie für die Vor- und Nachläufe in Übersee. Davon betroffen sind z.B. die Bunkerzuschläge (BAF), Low Sulphur Zuschläge sowie die Kerosin-, Fuel- und Dieselzuschläge für LKW, Bahn und Binnenschiff.
Energiezuschlag
Zur Orientierung können Sie für Ihre nationalen und europäischen LKW Verkehre sowie für Ihre Seehafentransporte unsere ab 14.03.2022 gültige Energiepreistabelle nutzen:
Als Berechnungsgrundlage für diesen Zuschlag wird der Dieselpreis (netto) des Vorsonntags dienen. (https://www.benzinpreis-aktuell.de/dieselpreise)
Wochenpreis basierend auf dem Dieselpreis (netto) des Vorsonntags:
Wir möchten mit einer transparenten Kommunikation der aktuellen Herausforderungen unsere Kunden informiert halten und Ihnen Transportanfragen/-Buchungen jeglicher Art erleichtern. Bei Fragen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter jederzeit zur Verfügung. Wir helfen Ihnen gern, die bestmögliche Transportlösung für Sie zu finden.
Oversize & super heavy vom Schwarzwald nach Sichuan – eine Luftfracht der Superlative
/in Allgemein, Interfracht Projekte, Logistik News, LuftfrachtWir freuen uns, Sie ein wenig mit in unseren Alltag nehmen zu können, und möchten über einen Interfracht-Transport der Superlative berichten: wieder ein Antonov-Vollcharter!
Warum Superlative? Bei dieser Sendung vom Flughafen Leipzig über Baku und Almaty nach Chengdu ging es um mehrere Kisten mit Übergewicht und Übergroße. Nach ersten Absprachen mit unserem Kunden wurde schnell klar, dass die Sendung aufgrund dieser Dimensionen nur in einer Antonov An-124-100 verladen werden konnte, als schnellere Alternative zur vorab geplanten Seefracht.
Wir haben uns bewusst für den Startflughafen Leipzig entschieden, da dieser eine top Infrastruktur für Schwerlast-Transporte bietet; u.a. eine Antonov-eigene Wartung, sowie jahrelang erfahrenes Schwertransport-Fachpersonal.
Für eine genauere Vorstellung der Ladung finden Sie hier die Sendungsdetails:
Die ca. 41m Länge des Antonov-Frachtraums wurde komplett genutzt; die 390 cm Kistenhöhe war so knapp bemessen, dass für die Be- und Entladung sogar die Leiter zum Cockpit ausgebaut werden musste.
Die drei schweren Kisten wurden über das Schwerlast- Rampensystem vorn in die Maschine geladen,
die weiteren Kisten mit Hilfe des Bordkrans über das Heck. Mit Abständen von ca. 50 cm wurden alle Kisten verzurrt und gesichert.
Einen Tag vor der Flugzeugbeladung wurde im Beisein von Interfracht und unserem Kunden die gesamte Fracht einer planmäßigen Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Hierfür werden vom Flughafensicherheitspersonal die großen Kisten geöffnet und untersucht; die kleineren Boxen wurden geröntgt.
Aufgrund verschärfter Covid-Restriktionen auf Chinesischer Seite und damit verbunden nicht erteilter Verkehrsrechte mussten wir vor der Verladung in Absprache mit der Airline und den chinesischen Behörden den gebuchten Flug und Zielflughafen ändern, und unter Hochdruck zusammen mit unserem Partnerspediteur in China ein eigenes Konzept ausarbeiten, welches gewährleistet, dass alle verschärften Covid-Vorschriften mit eigener Haftung und eigenem Personal am Zielflughafen bis zur Zustellung erfüllt werden.
Wir sind stolz auf dieses ganz besondere Erlebnis und bedanken uns nochmals bei unserem Kunden Teubert Maschinenbau GmbH, allen engagierten Mitarbeitern und Partnern, die diesen Transport unter besonderen Umständen ermöglicht haben.
Wenn auch Sie einen Transport außerhalb der Norm planen, oder das Unmögliche möglich machen wollen, sprechen Sie uns gerne an.
Emergency Zuschlag für die Häfen von Los Angeles und Long Beach läuft ab dem 15.11.2021 an
/in Allgemein, Logistik NewsDer neue Zuschlag heißt lt. der Information des Port of Los Angeles „Container Excess Dwell Fee“. Die Reeder haben den Zuschlag teilweise unter andern Namen in Ihre Tarife aufgenommen. Hamburg Süd zum Beispiel berechnet anfallende Kosten unter dem Namen „Emergency Government Port Storage“.
Die Gebühr fällt für Container an, die länger als 9 oder 6 Tage (9 Tage bei Abnahme LKW und 6 Tage Intermodal) in den Häfen stehen. Die Berechnung erfolgt lt. den uns vorliegenden Informationen ab dem 15.11.2021. Dabei sind bereits der 9 und der 6 Tag zahlungspflichtig.
Die Höhe der Gebühr steigert sich kumulativ um USD 100,00 pro Tag ohne Höchstgrenze. Entsprechend sind am 10 Tag bereits USD 300,00 fällig, am 11 Tag USD 600,00 usw.
LKW:
Intermodal:
Quelle: Hamburg Süd
Die Berechnung erfolgt durch die Terminals an die Reedereien, die die Kosten dann an die Eigentümer der Ware weiterbelasten.
Für weitere Informationen wenden Sie sich an Ihren Sachbearbeiter oder Katrin Grimm 0421/87150305 / k.grimm@interfracht.de
https://kentico.portoflosangeles.org/getmedia/842133ef-c46b-43c9-bc88-29d7a14e3f3e/Container-Excess-Dwell-Fee-Presenation-102921
Neuer Emergency Zuschlag für die Häfen von Los Angeles und Long Beach
/in AllgemeinAb dem ersten November 2021 fallen in den Häfen von Los Angeles und Long Beach zusätzliche Kosten für Containertransporte an. So sollen nach Ankündigung des Port of Los Angeles am 25.10.2021 nach einer kurzen Freizeit von neun bzw. sechs Tagen (Weitertransport per LKW- oder Bahn) mindestens USD 100,00 pro Tag und Container in Rechnung gestellt werden. Im Moment gehen wir davon aus, dass die Kosten über die Reedereien vor der Containerabnahme eingezogen werden.
Die durch den Zuschlag eingezogenen Mittel sollen in den Ausbau der Hafen-Infrastruktur investiert werden.
Die Maßnahme erfolgt lt. der uns vorliegenden Information u.a. in Absprache mit dem DOT und der Biden-Harris Supply Chain Disruptions Task Force.
Für weitere Informationen wenden Sie sich an Ihren Sachbearbeiter oder Katrin Grimm 0421/87150305 / k.grimm@interfracht.de
https://www.portoflosangeles.org/references/2021-news-releases/news_102521_jointclearcargo
Informationen zur aktuellen Marktsituation – Sommer-Update
/in AllgemeinDie gesamte Transportbranche ist weiterhin mit großen Herausforderungen konfrontiert. Ein großes Durcheinander und Chaos sind in der Logistikwelt zur Realität geworden. Es scheint so, dass regelmäßige Hiobsbotschaften, wie der erneute Covid-19-Ausbruch im Hafen von Yantian in China oder die komplette Überlastung des US-Hafens in Charleston, jeder Entspannung entgegenstehen. Insbesondere die Verzögerungen der Schiffe bringen zahlreiche Exporteure und Importeure, die sonst Verlässlichkeit gewohnt sind, in Schwierigkeiten. Liefertermine können nicht mehr eingehalten werden, die Lager stehen voll und die Container stapeln sich aufgrund von LKWEngpässen in den Empfangshäfen. Da sich die Marktsituation nicht verbessert, möchten wir Ihnen ein Update zur aktuellen Situation geben:
Port Congestion Hamburg / Überlastung der Terminals:
Die Häfen in Hamburg und Bremerhaven arbeiten unter Volllast. Hamburg hat momentan erhebliche Probleme am Eurogate, sodass sich einige Reedereien entschlossen haben, die Schiffe nicht mehr dort, sondern alternativ in Wilhelmshaven oder in Bremerhaven zu be- und entladen. In den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen ist die Situation ähnlich. Auch dort gibt es zahlreiche Einschränkungen. Sämtliche Terminals in Hamburg nehmen nur noch 48-72 Stunden vor Schiffsankunft die Container an. Das führt nicht nur zu einem erhöhten operativen Aufwand bei Kunden und Speditionen, sondern auch zu erhöhten Kosten, die durch Zwischenlagerung der Lieferungen oder Anpassung der Containergestellungen entstehen. Diese Kosten gehen zu Lasten der Ware. Aus dem hohen Frachtaufkommen resultieren auch hohe Auslastungen auf der Straße und auf der Schiene. Kurzfristige Abwicklungen sind dadurch kaum noch realisierbar. Hamburg ist zusätzlich durch die lange Abfertigungszeit des Zolls stark belastet.
LKW Transporte – Vor- und Nachläufe Seehäfen / Sammelladung:
Trotz der beginnenden Ferienzeit sind keine Ladungsrückgänge im nationalen und internationalen LKW-Verkehr zu erwarten. Fahrzeugengpässe, fehlendes Personal, ein ungewöhnlich hohes Ladungsaufkommen und steigende Dieselpreise belasten die Logistik auf der Straße nachhaltig. Durch ein Sammelgutaufkommen in Rekordhöhe entstehen Kapazitätsengpässe, sowohl bei B2B (Geschäftskunden / Unternehmer) – als auch bei B2C (Privatkunden / Konsumenten) – Sendungen. Im Stückgutverkehr macht den Netzwerken auch der stark angestiegene Sendungsanteil des Onlinehandels zu schaffen. Im B2C-Geschäft sind nahezu alle Lieferungen zu avisieren. Hinzu kommt eine in der Regel aufwendigere Zustellung. Viele Speditions- und Logistikunternehmen melden daher auch in diesen Bereichen überlastete Kapazitäten. Weiterhin steigt das Exportvolumen. Hersteller und Zulieferer erhöhen als Folge der Pandemie ihre Lagerbestände, was im Moment das Transportaufkommen zusätzlich verstärkt. Daraus resultiert eine unmittelbare Verlängerung der Laufzeiten. Insbesondere bei den Seehafen Vor- und Nachläufen hat sich die Transitzeit im Stückgutverkehr von 1-2 Tagen in vielen Fällen auf 2-4 Tage verlängert. Diese angespannte Situation kann dazu führen, dass vereinbarte Abholungen oder Anlieferungen mehrfach verschoben werden. Eine lückenhafte oder fehlende Übermittlung von Trackingdaten sind ebenfalls eine Folge. Die Akzeptanz aufwendigere Warenarten (z.B. Gefahrgut) zu transportieren nimmt ab. Oft werden diese Transporte lediglich gegen Zahlung von hohen Zuschlägen oder mit unbestimmter Laufzeit von den Fuhrunternehmen akzeptiert.
FCL Verkehre Import und Export weltweit:
Seitens der Reedereien wird lediglich punktuell auf die Situationen und Maßnahmen, wie die Ratenanpassungen, hingewiesen. Nachfolgend eine Zusammenfassung unserer Gespräche mit den Reedereien über die aktuelle Situation und eine Einschätzung der kurz- und mittelfristigen Zukunft: Die Schiffe sind nach wie vor größtenteils überbucht und aus dem Fahrplan. Sämtliche Reedereien versuchen die geplanten Abfahrts- und Ankunftszeiten wieder verlässlich einzuhalten. Maßnahmen wie Blank Sailings oder das Auslassen von Häfen werden ergriffen. In den Häfen ist zusätzlich ein Backlog von stehengebliebenen Containern abzuarbeiten. Dieser Rückstau kommt zum normalen wöchentlichen Volumen hinzu und setzt die Schiffskapazitäten zusätzlich unter Druck.
Export Australien/Neuseeland
Die allgemeine Problematik bei den Exporten gilt auch für Australien und Neuseeland. Die verbliebenen Direktfahrer sind hoffnungslos überbucht und auch die Umlader (über Singapur, Port Kelang oder Cartagena) haben kaum Platzreserven. Dazu kommt, dass insbesondere Singapur als Transload-Hafen massive Congestion Probleme hat und daher auch bereits akzeptierte Ladung unerwartet wieder storniert wird. Die Probleme werden sich aufgrund der im September beginnenden BMSB (Brown Marmorated Stink Bug) Saison und den damit beginnenden Begasungen der Container noch verschärfen. Unsere Kollegen und Kolleginnen aus dem Export empfehlen, Buchungen mindestens vier Wochen im Voraus zu platzieren. Bei kurzfristige Buchungen prüfen wir regelmäßig, ob aufgrund von Stornierungen Reeder plötzlich wieder Schiffsraum zur Verfügung stellen können. Selbstverständlich sind diese Stellplätze begehrt und werden mit kräftigen Ratenaufschlägen versehen.
Import Fernost
Die ungebrochene Nachfrage nach Containerequipment und Schiffsraum für die Importe aus Asien, führt weiterhin zu massiven Ratenerhöhungen sowie Engpässen beim Leerequipment und bei den Schiffskapazitäten. Dazu kommen lange Laufzeiten in Verbindung mit erhebliche Schiffsverzögerungen. Um einen der begehrten Stellplätze zu bekommen, muss oft eine Wartezeit von zwei bis drei Wochen in Kauf genommen werden. Die Seefrachtraten erhöhen sich seit Anfang Mai in steter Regelmäßigkeit alle 14 Tage um einige hundert US-Dollar. Längerfristige Ratenvereinbarungen sind kaum möglich. Die gesamte Fracht wird über die Tarifraten (FAK) der Reeder abgerechnet. Bei Gefahrgütern gestaltet sich die Verladung sogar problematischer.
Export Fernost
Auch im FCL Export nach Asien gibt es kaum Entlastung. Die Abfahrten sind voll und viele Schiffe sind komplett aus dem Fahrplan. Dazu kommt, dass ein großer Mangel an Containerequipment im Inland herrscht. Eine Abnahme muss oftmals in den Seehäfen erfolgen. Die Transportkosten werden durch die Mehrkosten für den zu zahlenden Rundlauf und die steigenden Seefrachten enorm erhöht.
Import USA
Die in vorangehenden Informationen erläuterte Situation im FCL Import hat sich in den USA und auch in Europa größtenteils nicht verändert. Die US-Häfen haben weiterhin mit der vielbeschriebenen „Trucker Shortage“, den überlasteten „Rail Ramps“ und „Congestion“ zu tun. Die bereits vorhandenen Probleme haben sich teilweise vergrößert und neue sind hinzugekommen. Bedingt durch die Überlastung in vielen Häfen verstärken sich die Verspätungen der Schiffe. Durch die Maßnahmen der Reeder zur Wiederherstellung der Fahrplantreue, werden Schiffe umgeleitet bzw. werden Häfen in Nordeuropa ausgelassen. Die Ladung für die ausgelassenen Häfen wird dann mit Feederschiffen umgeleitet. Das kann im schlechtesten Fall zu wochenlangen Verzögerungen führen. Teilweise müssen die Container auch dort abgenommen werden, wo sie gelöscht wurden. Das führt zu erheblichen Mehrkosten, die zu Lasten der Ware gehen. Wenn der Container dann zur Verfügung steht, muss der Importeur mit langen Abfertigungszeiten rechnen. Insbesondere in Hamburg liegt die durchschnittliche Zeit bis zur Freigabe der Sendung zwischen zwei und fünf Tagen. In Extremfällen kann es auch bis zu 10 Tagen dauern.
USA Export FCL / LCL High & Heavy und Ro/Ro:
Es wird zunehmend schwieriger Platz und Equipment für FCL Buchungen zu bekommen. Fast alle Reeder sind Wochen im Voraus ausgebucht und nehmen auch erst ab den Monaten August oder September wieder Buchungen an. Auf keinem Fahrtgebiet ist Entspannung merkbar – mit wenigen Ausnahmen im Mittelmeerraum oder Richtung Afrika. Das betrifft natürlich auch den Export in die USA. Die Schiffe sind verzögert, fallen aus und die Equipment Situation ist sehr angespannt. Vor langer Zeit platzierte Buchungen und Containergestellungen bei Kunden werden nicht selten kurzfristig, manchmal einen Tag vorher, gestrichen oder durch die Reeder verschoben. Die Containeranlieferungen in den Häfen sind nur mit Zeitfenster möglich. Ändert sich etwas müssen die Container mittlerweile zu Ausweichstellplätzen umgeleitet werden, was die Kosten für die Vortransporte erhöht. In den USA ist die Situation weiterhin sehr angespannt. Beispielhaft ist die Situation in Charleston oder Savannah zu nennen. Die Häfen sind so überlastet, dass eine Abnahme der Container innerhalb der normalen Freizeit nicht mehr zu bewerkstelligen ist. Ohne Vorbuchung nehmen die Trucker erst in drei bis vier Wochen wieder Touren an und auch diese werden häufig eigenmächtig verschoben oder storniert. Die Preise für die Nachläufe haben sich zum Teil verdoppelt. Einige Reeder akzeptieren bereits keine Buchungen mehr bei denen der Nachlauf in Regie des Reeders erfolgt. Unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Fachabteilungen wenden Stunden dafür auf, kurzfristig stornierte Buchungen doch noch zu realisieren, Ausweichmöglichkeiten zu finden und diese einigermaßen kostenneutral zu gestalten. Interfracht verfügt über zahlreiche Möglichkeiten, Fracht über RO/RO Kontrakte zu verladen. RO/RO Abfahrten gibt es zu den meisten Destinationen wöchentlich, mit Reisezeiten, die denen im FCL Bereich ähnlich sind. RO/RO (Roll On / Roll Off) zielt eigentlich auf selbstfahrende Ladung (Baufahrzeuge, Mähdrescher, etc.) ab. Es werden aber auch gabelstaplerfähige Waren sowie übergroße Packstücke mit Stückgewichten von über 100 Tonnen akzeptiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass unsere Grundraten bis zum 31.12.2021 gültig sind. Lediglich die Zuschläge der Reeder sind variabel. Somit können wir ihnen eine zuverlässige Kalkulationsgrundlage für Ihre Transporte bieten. Auch wenn einige der Carrier keine Containerware mehr akzeptieren und die Buchungen für die RO/RO Abfahrten ebenfalls stark zunehmen, haben wir im Moment grundsätzlich für alle Fahrtgebiete die von diesen Carriern bedient werden, Kapazitäten frei. In der Regel bekommen wir staplerfähige Waren und auch nicht containerfähige Ladung zeitnah und preisgünstig eingebucht. Hafenplätze, die im RO/RO Verkehr nicht bedient werden, können wir häufig über konventionelle Linien- oder Charterdienste anlaufen. Interfracht unterhält im USA Verkehr eigene Sammelcontainerdienste, die noch Ladung akzeptieren. Containerladungen müssen auf 2-3 Abfahrten verteilt werden. Diese Variante ist im Moment bei vielen unsere Kunden eine beliebte Alternative zur langen Wartezeit auf Schiffsraum für FCL Container.
Luftfracht:
In der Luftfracht ist die die Platzsituation nach wie vor sehr kritisch. Diverse gestrichene Flugrouten in die USA, nach Asien und Südamerika verursachen Verspätungen und Preise auf einem hohen Niveau. In vielen Ländern werden ausschließlich die großen Hauptumschlagplätze angeflogen. In Frankfurt sind nach wie vor lange Wartezeiten beim Anliefern und beim Auslagern einzukalkulieren.
Vietnam (COVID-19-Situation):
Die Lage in Vietnam entwickelt sich hinsichtlich des erneuten Covid-19-Ausbruchs sehr negativ. Ho Chi Minh City befindet sich im vollen Lockdown. Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung wurden zahlreiche Anordnungen erlassen, die den Verkehr und die Häfen beeinträchtigen. Mit weiteren Verzögerungen ist zu rechnen.
Yantian, China (COVID-19-Situation):
Der Hafen Yantian in Südchina, der wegen eines lokalen COVID-19-Ausbruchs komplett schließen musste, kehrt langsam zum Normalbetrieb zurück. Der Stau in Yantian wird in der Schifffahrtsindustrie, trotz der Entspannung, noch als sehr großes Problem gesehen, da auch die benachbarten Häfen von den Auswirkungen betroffen sind. Auch wenn der Hafenbetrieb nicht mehr eingeschränkt ist, führt das generell extreme Ladungsaufkommen weiterhin zu Verzögerungen in Yantian. Bitte beachten Sie dazu auch unseren Hinweis zum Import Fernost in diesem Update.
Alles in allem ist es ein sehr einheitliches Bild in den verschiedenen Bereichen der Logistik. Es wird seitens der Schifffahrt damit gerechnet, dass sich die Situation mindestens bis Ende des Jahres für den Export bzw. Ende Chinese New Year 2022 für den Import hinzieht. Aktuell ist keine Besserung und Entspannung der Marktsituation in Sicht. Wir weisen darauf hin, dass Interfracht leider keinen Einfluss auf die aktuelle Situation hat und diese Einschätzung nur als eine vorsichtige Prognose gesehen werden kann.
Interfracht möchte mit einer transparenten Kommunikation der aktuellen Herausforderungen versuchen, Sie als unsere Kunden informiert zu halten sowie Ihre Transportanfragen/-Buchungen jeglicher Art zu erleichtern und so angenehm wie möglich zu gestalten. Bei Fragen stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jederzeit bereit und helfen Ihnen gerne die bestmögliche Transportlösung für Sie zu
finden.
Bitte beachten Sie unser erstes Rundschreiben zur aktuellen Marksituation sowie das Update, worauf dieses Informationsschreiben (KW 28) aufbaut.
Carshipping by Interfracht
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Wir gratulieren zur erfolgreichen Abschlussprüfung
/in AllgemeinWir gratulieren unserer Auszubildenden am Standort in Frankfurt zur erfolgreich abgelegten Abschlussprüfung.
Wir freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.
Wir wünschen alles Gute und einen erfolgreichen Start in das Berufsleben!